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blackgirl
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PostPosted: 19.04.2005, 11:11    Post subject: Interessanter Artikel Reply with quote Translate this post from German into EnglishTranslate this post from German into English

Mariah über Scheidung, Zusammenbruch und die neugewonnene Freiheit

Anfang April wurde ein sehr interessantes Interview auf der Webseite von MTV.com veröffent- licht, in dem sich Mariah sehr offen zu ihrer Beziehung mit Tommy Mottola, ihrem Zusammenbruch im Jahr 2001 und die schließlich neugewonnene Freiheit äußert. Danke an Mathias und Thérèse, die uns auf das Interview aufmerksam gemacht haben. Wir können Euch nun endlich die Übersetzung des Artikels bieten ...
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Mariah Carey ist es gewöhnt, viele Fragen gestellt zu bekommen - über ihren Striptease bei "TRL America", ihrem einer "Erschöpfung" folgenden Krankenhausaufenthalt im Jahr 2001, ihrem Weni- ger-Ist-Mehr-Kleidungsstil und nicht zu vergessen: auch über ihre Scheidung von einem der wohl einflußreichsten Musikproduzenten.
Aber die Frau mit der wahrscheinlich größten Stimme in der Pop-Musik gibt auch immer wieder An- laß dazu, daß man ihr Fragen stellt. Auch ihr bald erscheinendes Album "The Emancipation of Mi- mi" wirft schon mal weitere Fragen auf, wie zum Beispiel: "Was genau verbirgt sich hinter Mimi? Was ist Mimi für ein Typ? Warum muß sie emanzipiert werden, und von was? Und viel bedeuten- der, kann dieses Album die einstige Königin der Charts trotz Zusammenbruch und "Glitter"-Deba- kel wieder zu ihrem Thron zurückführen? Das, was auch schon ihr letztes Album, "Charmbracelet", vollbringen sollte, aber schließlich nicht schaffte?
In der Tat beschäftigt sich auch Carey mit vielen dieser Fragen. Sie unterbricht dieses Interview, um sich kurz umzuschauen und Blickkontakt zu ihrem Team aufzubauen - in der Hoffnung, daß diese ihr eine mögliche Antwort auf all diese Fragen geben können oder ihr jedenfalls signalisieren, daß sie ihre Sache auch alleine recht gut macht. "Darf ich Ihnen eine Frage stellen? Nach all den Jahren, in denen sie mit den verschiedensten Leuten Interviews geführt haben, mit Leuten, die sich, jeder für sich, auf einer anderen Ebene in der Karriere befand, würden Sie diejenigen herausfiltern können, die bereits von ihrem Erfolg gezeichnet sind? Können Sie jemandem ansehen, ob der Erfolg ihm oder ihr Kratzer zugefügt hat?" fragt sie mich. "Glauben Sie, daß ich in all den Jahren ohne Kratzer davon gekommen bin?"

Nachdem sie uns versichert hat, daß das zwar nicht der Fall wäre, der Erfolg sie aber wenigstens nicht verbiegen konnte, fügt sie an, daß sie sich jetzt viel wohler als früher fühle, sie ihre Meinun- gen jetzt viel selbstbewußter äußere und bezüglich ihres Talents auch selbstischerer geworden sei. Weil, nun ja, sie halt Mimi ist: Mimi war ein Spitzname aus Kindertagen, den sie jetzt dazu benutzt, um eine gewisse Distanz zwischen "Mariah, die Privatperson" und "Mariah, die Öffentlichkeitsper- son" zu legen. Und sie meint, emanzipiert zu sein, weil sie sich letztendlich der Fesseln entledigen konnte, die ihr damals von Ex-Ehemann Tommy Mottola umgelegt wurden, als sie von diesem in dessen Käfig, dem gemeinsamen Anwesen der beiden, gefangen gehalten wurde. "Vor zehn Jahren durfte ich nicht viel sagen," berichtet sie. "Mehr als, 'Ja, ein neues Album! Juhu, ich darf singen! Vielen Dank!' war mir nicht erlaubt."
Es hat sich viel getan, seit ihrer Hochzeit mit Mottola im Jahre 1993 und ihrem ersten Plattenvertrag bei Mottolas Label ein paar Jahre zuvor. Die Jahre mit Mottola haben ihr den Weg in eine unglaub- liche Karriere geebnet; das ist unleugbar. Mit ihrer ersten Single "Vision of Love" im Jahre 1990 be- gann die Transformation von Background-Sängerin zu Superstar. Aber so schön das alles klingen mag, Mottolas kontrollierte "Führung" führte ihrer Psyche unvorstellbare Schäden zu. In der Ver- gangenheit machte sie witzige Anspielungen, die aber von keiner Seite als eindeutiges Warnsignal interpretiert wurden. So bezeichnete sie ihr gemeinsames Haus in Bedford, New York, zum Beispiel als "Sing Sing" - und wollte damit nicht nur zu verstehen geben, daß sie dort wie in einem Gefägnis gehalten wurde, sondern vielmehr auch darauf, daß Singen das einzige war, was sie die ganze Zeit über zu tun hatte.
Es hat acht Jahre gedauert, bis die Trennung offiziell besiegelt wurde und Carey, heute 35, sagt, es werde sie acht weitere Jahre kosten, diese Erfahrung zu verarbeiten, sich im alltäglichen Leben wie- der besser zurecht zu finden und, viel wichtiger, Vertrauen zu ihren Mitmenschen fassen zu können. Wie dem auch sei, sie hat sich für die Dreharbeiten zu ihrer nächsten Single, "We Belong Toge- ther", ihr damaliges Brautkleid angezogen und scheint damit wohl schon einen Anfang in ihrem Ver- arbeitungsprozeß gemacht zu haben. Das Musikvideo zu "We Belong Together" setzt das Musik- video zu ihrer aktuellen Single, "It's Like That" fort, in dem, interessanterweise, ein wohlhabender, älter Mann, gespielt von Eric Roberts, jeden ihrer Schritte kontrolliert. Carey sagt, das alte, 25.000 $ teure Kleid habe keinerlei emotionalen Wert mehr für sie.
"Hätte ich mir extra für den Videoclip ein neues, atemberaubendes Hochzeitskleid kaufen sollen, wenn ich noch irgendwo dieses geniale, speziell von Vera Wang angefertigte Kleid mit einer 20 Fuß langen Schleppe hängen habe?" fragt Carey mich. "Warum nicht? Ich meine, also, bitte - das Kleid ist das geringste Übel an der ganzen Sache. Hätte ich dieses Kleid damals an jedem Tag tragen müs- sen, dann wäre es wahrscheinlich schon vor längerer Zeit zu der Müllverbrennungsanlage gekarrt worden. Aber das Kleid habe ich nur zu einem ganz bestimmten Anlaß angehabt. Und dieser An- laß war sicherlich keine unglückliche Erfahrung. Das Problem an der ganzen Sache war das, was danach kam, in der Beziehung."

Trotz der Trennung blieb Carey bis zum Jahr 2000 bei Mottolas Label - was, wie sie selbst gesteht, wohl ein Fehler gewesen sein dürfte. Sie macht ihrem Ex- Ehemann zwar keinen Vorwurf, daß sich "I'm Real" von Jennifer Lopez - eine weitere Sängerin, die Mottola betreute - genauso anhörte wie zwei Songs, die sie zu damaliger Zeit für "Glitter" geschrieben hatte ("Loverboy" und "If We"), be- zeichnet jeglichen Vergleich der Songs aber heute noch als "TOMfoolerY (tomfoolery = böser Streich)". Und was die Spannungen zwischen ihr und Lopez betreffen, so meint Carey, "Ich kenne sie noch nicht mal. Wir sind uns vielleicht bisher ein- oder zweimal begegnet, haben uns aber nur, 'Hallo!' gesagt. Und davon allein kann ich mir kein Bild von einer Person machen."
Während eines Interviews mit der New Yorker Radiostation "Hot 97" Anfang März wurde Carey von Funkmaster Flex gefragt, ob etwas Wahres an dem Gerücht wäre, daß ihr Manager Benny Me- dina - der zuvor Lopez's Manager war - nun auch wieder J. Lo als Klientin zurücknehmen wolle. Flex vermutete eine Verschwörung. "Das ist nicht das erste Mal, daß jemand in zwei Camps mitmischt," sagte er. "Ich habe mal gehört, daß ein Produzent [Anspielung auf Mottola und möglicherweise auch auf Irv Gotti] zur Zeit in ihrem Camp mitmischt, aber kurz zuvor auch ganz gewaltig an Deinen Sessions beteiligt war."
"Nun, ich würde eher sagen, daß diese Person sich mehr in mein Leben als in alles andere einge- mischt hat," sagte sie damals.
"Ich habe gehört, daß Dir mal eine Song-Idee geklaut wurde," meinte er.
"Einmal?" erwiderte sie empört.

"Ich mußte einfach dieses Label wechseln," sagt Carey heute. "Den Kampf, den ich dort tagtäglich zu führen hatte, dieser ständige Streit mit Sony, das war nicht mehr normal. Die ganze Situation hat mich fertig gemacht - auch emotional. Ich war kontinuierlich unter Beaufsichtigung, bekam Vorga- ben, wie ich mich hier und da zu verhalten hatte. Ich durfte in vielen Bereichen nicht mein wahres Ich zeigen. Ich meine, man kann sich gegen Leute wehren, und das bis zum Tod, aber man kommt nicht gegen eine ganze Welt an."
Die "Emancipation" markiert die Kehrtwende. Das erste Mal fühlt sich Carey richtig frei - frei, das zu sagen, was sie sagen möchte, so zu singen, wie sie singen möchte und das anzuziehen, was sie an- ziehen möchte. Obwohl das 2002 erschienene "Charmbracelet"-Album eigentlich dazu angedacht war, die Wende in ihrem Leben zu besiegeln, endgültig von den negativen Vibes, die durch das "Glitter"-Debakel und den Zusammenbruch verstärkt worden waren, zu befreien, fühlte Carey auch bei den Aufnahmen zu "Charmbracelet" immer wieder das Bedürfnis, dem zu entsprechen, was sie glaubte, würde von der Öffentlichkeit und ihren Beratern erwartet werden.

"Jeder meinte, 'Sie muß diese leicht verdaulichen Balladen machen, sie muß dahin zurückkehren'," erzählt sie. Und das machte sie auch und das Resultat bekam entsprechend positive Resonanz, ver- kaufte sich allein in den USA über eine Millionen Mal. Eine beeindruckende Zahl, das ist sicher, aber nicht, wenn man sie mit ihren vergangenen Plattenverkäufen vergleicht. Doch das Album konnte nicht nur mit seinen früheren Vorgängern mithalten; mit dem Album gelang es auch nicht, den negativen Meldungen über ihren "angeblichen Zusammenbruch" entgegenzuwirken, sie aus- zugleichen.
Zu diesem Zeitpunkt, so erzählt Carey, "mußte ich wieder zu mir selbst finden. Ich mußte mich neu definieren. Und dann habe ich mir gesagt, 'Mädchen, hör endlich wieder auf deinen Bauch.' Ich mei- ne, jeder hat eine Meinung und die Meinung, die viele Leute über mich haben, sind ständig schwankende Gegensätzlichkeiten, eine Art Nord- und Südpol. Mal meinen sie, 'Wir lieben es, wenn sie Balladen macht. Bring sie dazu, daß sie Balladen schreibt und aufimmt.' Und dann meinen sie, 'Wir wollen endlich eine HipHop-Nummer von ihr hören.' 'Wieso zieht sie sich schon wieder so an? Sie sollte weniger Haut zeigen.' 'Sie sollte mehr zeigen.' Weißt Du, was ich meine? Ich bin jetzt zu dem Punkt gekommen, wo ich mir sage, 'Bleib in Deiner Spur. Ich knobel das mit mir selber aus.'"
Sie sagt, sie sei mit ähnlichen Problemen zu Beginn ihres Zusammenbruchs konfrontiert worden. "Jedes Interview wurde zu einem richtigen Therapiegespräch. Jeder meinte, 'Sei verletzbar! Öffne Dich' Verstehst Du das? Und ich fragte mich nur, 'Kann ich nicht einfach ich selbst sein?' Weil, um ehrlich zu sein, diese ganze Sache, dieser Zusammenbruch, das hat Überhand genommen. Jeder sprach mich nur noch darauf an, aber keiner konnte nachvollziehen, daß ich nicht mehr darüber re- den wollte. Aber das war anscheinend nicht möglich."
Also kehrte sie zu ihrer früheren Type zurück, einer Type, die sich nicht daran störte, was die Öffentlichkeit von ihr dachte oder erwartete. Was die "Emancipation" anbelangt, so sagt sie, "habe ich das Gefühl, endlich ein Album gemacht zu haben, was ich schon immer mal machen wollte." (...) Emanzipiert zu sein bedeutet, all' das machen und erreichen zu können, was man auch wirklich will.

Mit dem Album, so schließt Carey an, "verfolge ich nicht das Ziel, irgendwelche älteren Vorgesetz- te glücklich zu machen, indem ich Mörderballaden mit Taschentuchgarantie singe oder auf einige Mediendramas in meinem Leben eingehe. Was ich versucht habe, war, mich wieder mehr auf die Musik und den Gesank zu konzentrieren, die Sessions so gering wie möglich zu halten, nichts über- zuproduzieren ... so wie das bei der Soul-Musik der 70er Jahre noch der Fall war, als sich Musiker zeitgleich im Aufnahmestudio befanden und gegenseitig zu Höchstleistungen gebracht haben. Mu- siker, denen ich zeigen kann, in welche Richtung ich stimmlich gehen möchte und ihnen damit den Vibe rüberzurbingen, den es musikalisch umzusetzen gilt."
"Als L.A.Reid [Careys jetziger Plattenboß bei Island/Def Jam] mitbekam, daß Leute mich Mimi nen- nen," berichtet Carey weiter, "sagte er, 'Ich fühle Deinen Spirit auf dieser Platte. Du solltest genau diesen Namen irgendwie in den Albumtitel einfließen lassen. Denn das ist die Seite von Dir, die die Leute nicht zu sehen bekommen - die Seite von Dir, die über die Diva-Witze lachen kann, die über die Geschichte über den Zusammenbruch lachen kann, die Seite von Dir, die über all das lacht, was sie über Dich erzählen und einfach Spaß am Leben hat und jeden Tag aufs Neue genießt.' Von daher genieße ich gerade jeden Augenblick meines Lebens so intensiv wie möglich. Ich bin in einer glück- lichen Lebenslage."

Davon abgesehen meint Carey, "der Titel 'The Emancipation of Mariah Carey' wäre zu anstößig gewesen."


Quelle: www.butterfly-mc.de

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